Tourismuspolitik
Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung
Das Bundeskabinett hat am 28. Januar 2026 die neue Nationale Tourismusstrategie beschlossen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tourismusbranche nachhaltig zu stärken. Neben Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für touristische Betriebe legt die Strategie einen besonderen Fokus auf den Ausbau der Infrastruktur sowie auf die Förderung eines nachhaltigen und barrierefreien Tourismus.
Tourismusfinanzierung
Tourismus ist eine freiwillige Aufgabe der Kommunen, zugleich jedoch ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Die Finanzierung touristischer Angebote, Infrastruktur und Organisationen erfolgt daher überwiegend aus öffentlichen Mitteln. Mehr denn je sind Finanzierungsinstrumente gefragt, mit denen Kommunen ihre Aufgaben im Tourismusbereich wahrnehmen und die Finanzierung langfristig sichern können. Das gelingt am besten, wenn alle Akteure – die Kommunen, die Gäste und die regionale Wirtschaft – bei der Finanzierung einbezogen werden.
Wirtschaftsfaktor Tourismus 2024
Der Tourismus in Deutschland ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Für die Erfassung der wichtigsten wirtschaftlichen Kennziffern des Tourismus steht mit dem Tourismus-Satellitenkonto (TSA) ein international anerkanntes System zur Verfügung. Im Auftrag der Deutschen Industrie- und Handelskammer, des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft sowie des Deutschen Tourismusverbandes hat DIW Econ einen Nowcast des bundesdeutschen Tourismus-Satellitenkontos erstellt.
Weltoffenheit statt Ausgrenzung
Die deutsche Tourismusbranche bekennt sich zu Weltoffenheit und Gastfreundschaft: Am 27. August 2024 wurde auf dem Deutschen Städteforum in Weimar eine gemeinsame Resolution von DTV und DRV vorgestellt. Unter dem Titel: „Weltoffenheit statt Ausgrenzung – gemeinsam für ein gastfreundliches Reiseland Deutschland“ betonen beide Verbände die Bedeutung von Vielfalt und Toleranz für den Tourismus in Deutschland. Sie lehnen jegliche Form von Diskriminierung und Gewalt ab und positionieren sich klar gegen Rechtsextremismus und menschenverachtende Ideologien. Die Unterzeichnenden setzen sich aktiv für ein Deutschland ein, in dem alle Menschen willkommen sind und sich wohlfühlen.
Abschaffung der besonderen Meldepflicht
Die Meldepflicht in Beherbergungsbetrieben für deutsche Übernachtungsgäste ist zum 1. Januar 2025 entfallen. Für ausländische Gäste bleibt die Meldepflicht bestehen. Was bedeutet die Rechtsänderung in der Praxis, zum Beispiel für kommunale Gästebeitragssatzungen?
Stärkung des Tourismus in Europa
Mit 448 Millionen Bürgerinnen und Bürgern und 27 Mitgliedsstaaten ist Europa einer der bedeutendsten Wirtschaftsräume. Tourismus ist in Europa ein sehr wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung. Dazu zählen vor allem kleine und mittlere Tourismusunternehmen insgesamt 2,3 Millionen. In Europa arbeiten rund 12,3 Millionen Menschen in der Branche, was 5,1 Prozent der gesamten Erwerbsbevölkerung. entspricht. Am Bruttoinlandsprodukt der EU hat der Tourismus einen direkten Anteil von 3,9 Prozent. Jede zweite internationale Touristenankunft von weltweit 1,5 Milliarden gehen in die Europäische Union (745 Millionen).
Wassertourismus
Seit Jahren fordert der DTV gemeinsam mit Wassersport-, Wassersportwirtschafts- und Tourismusverbänden, den enormen Investitionsstau auf den Freizeitwasserstraßen des Bundes zu beseitigen. Die Infrastruktur der deutschen Freizeitwasserstraßen verfällt bereits über einen langen Zeitraum: Durch marode Schleusen und Wehre drohen ganze Wassersportreviere abgehängt zu werden. Im Masterplan Freizeitschifffahrt hatte das Bundesverkehrsministerium 2021 zugesagt, Erhaltungsmaßnahmen an Anlagen mit erheblicher verkehrlicher Relevanz an Haupt- und Nebenwasserstraßen gleichermaßen zu forcieren, eine Bestandsaufnahme über den Zustand der Schleusen und Wehre zu erarbeiten und Priorisierungen abzuleiten.