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Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung

Das Bundeskabinett hat am 28. Januar 2026 die neue Nationale Tourismusstrategie beschlossen. Damit setzt die Bundesregierung einen tourismuspolitischen Rahmen und setzt die langjährigen Forderungen des Deutschen Tourismusverbandes nunmehr mit hohem Tempo um.

Ziel der neuen Nationalen Strategie ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Tourismusbranche nachhaltig zu stärken. Neben Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für touristische Betriebe legt die Strategie einen besonderen Fokus auf den Ausbau der Infrastruktur sowie auf die Förderung eines nachhaltigen und barrierefreien Tourismus. 

In dem Strategiepapier sind sieben Kernziele aufgeführt:

1. Unternehmen entlasten, Bürokratie abbauen

Die Bundesregierung möchte verstärkt steuerliche Entlastungsmaßnahmen wie die Reduzierung der Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie auf 7 Prozent voranbringen. Zudem sollen überflüssige Dokumentations- und Berichtspflichten reduziert werden.

2. Attraktivität und Anbindung des Reiselands Deutschland stärken

Mobilität wird als Lebensader für den Tourismus bezeichnet. So sollen Investitionen in eine moderne, effiziente und umweltfreundliche Infrastruktur ausgebaut werden. So unterstütz die Bundesregierung u. a. den Fuß- und Radverkehr durch investive Förderungen in die Infrastruktur sowie eine bessere Vernetzung mit dem ÖPNV. 

3. Digitalisierung und Nutzung von KI in der Tourismusbranche vorantreiben

In der Strategie wird auf die große Bedeutung von Digitalisierung und KI im Tourismus hingewiesen. „Der Tourismus der Zukunft wird noch stärker auf digitale Navigation und digitale Kommunikation ausgerichtet sein“. Die Bundesregierung möchte hier mehr Impulse geben, damit die Tourismusbranche mit der Entwicklung Schritt hält.

4. Qualifizierte Arbeitskräfte gewinnen und Arbeitsbedingungen zeitgemäß gestalten

Die Bundesregierung will die Rahmenbedingungen für die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte für den Tourismus weiterentwickeln. So sollen u. a. eine wöchentliche anstatt eine tägliche Höchstarbeitszeit geschaffen werden, die Aus- und Weiterbildung gestärkt sowie eine Agentur für Fachkräfteeinwanderung geschaffen werden.

5. Tourismusbalance und lebenswerte, resiliente Räume durch nachhaltigen Tourismus stärken

Die Bundesregierung verweist auf die Bedeutung, die Resilienz von Reisezielen zu fördern und sie an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Örtliche Infrastrukturen in den Destinationen sollen effizient und möglichst barrierefrei gestaltet werden. Die Bundesregierung wird die Regionen und Unternehmen dabei unterstützen, die ökologische und soziale Nachhaltigkeit von Tourismus im Blick zu behalten.

6. EU-Tourismuspolitik besser mit nationalen Interessen verzahnen

Die Bundesregierung macht deutlich, dass die Europäische Union im Tourismus eine unterstützende, beratende und koordinierende Kompetenz besitzt. Sie möchte eine enge Verzahnung der Nationalen Tourismusstrategie mit der EU-Tourismuspolitik.

7. Vernetzung und Beteiligung der Akteure im Tourismuspolitischen Forum des Koordinators der Bundesregierung ausbauen

Die Bundesregierung will ein „Tourismuspolitisches Forum“ einrichten, das beim Koordinator der Bundesregierung als zentralem Ansprechpartner für alle Angelegenheiten rund um die Tourismuspolitik angesiedelt ist.

Die neue Nationale Tourismusstrategie enthält eine Vielzahl ambitionierter Ziele. Um zu verhindern, dass die Strategie zu einem bloßen „Papiertiger“ wird, ist die Überführung der Ziele in konkrete Maßnahmen mit einem konkreten Umsetzungsplan mit einem verbindlichen Zeitrahmen unerlässlich. Zudem müssen die formulierten Ziele und Maßnahmen in den kommenden Bundeshaushalten berücksichtigt werden, etwa durch eine entsprechende Ausgestaltung von Bundesförderprogrammen.

Nationale Tourismusstrategie

DTV-Pressemitteilung


Ansprechpartner


Tim Adler

Referent für Politik

Koordinator Arbeitsgruppe Tourismuspolitik

030 856215-137