Tourismusakzeptanz messen und stärken
Die Deutschen reisen gerne, doch wie stehen sie zum Tourismus in ihrer Heimat? Seit 2019 untersucht das Deutsche Institut für Tourismusforschung, wie die deutsche Wohnbevölkerung die Auswirkungen des Tourismus wahrnimmt – sowohl für den eigenen Wohnort als auch für die persönliche Lebenssituation. In Kooperation mit dem DTV stellt das Institut die Ergebnisse jedes Jahr vor.
Der zentrale Maßstab ist der Tourismusakzeptanzsaldo (TAS). Er basiert auf bevölkerungsrepräsentativen Befragungen und ermöglicht es, die Akzeptanz des Tourismus bundesweit und regional im Zeitverlauf zu vergleichen. Dabei werden sowohl die Einstellung zur Zahl der Gäste als auch positive und negativ wahrgenommene Effekte erfasst. Und wie steht es um die Tourismusakzeptanz in anderen Ländern? Bisher fehlen international vergleichbare Daten. Doch 2026 wird erstmals eine Untersuchung in zehn europäischen Ländern durchgeführt. Die Ergebnisse sollen Ende des Jahres veröffentlicht werden.
Ergebnisse für 2025
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Tourismus im Spannungsfeld
Die Haltung der Bevölkerung zum Tourismus ist ein Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche touristische Entwicklung. Der Tourismus agiert dabei in einem Spannungsfeld: Der Tourismus schafft Arbeitsplätze, trägt zur Wertschöpfung und zur Lebensqualität der Einheimischen bei. Allerdings werden Veränderungen, die dem Tourismus zugeschrieben werden, von den Einwohnerinnen und Einwohnern nicht immer ausschließlich positiv wahrgenommen.
Der Tourismusakzeptanzsaldo zeigt: Der Tourismus in Deutschland wird überwiegend positiv wahrgenommen. Die Tourismusakzeptanz muss jedoch regional und sozial differenziert betrachtet werden. Denn Belastungen nehmen Menschen insbesondere dort wahr, wo sich die touristische Nachfrage auf enge Räume oder bestimmte Zeiten verdichtet. Staus, Parkdruck, überlastete Ausflugsziele, Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum sowie Belastungen in sensiblen Natur- und Erholungsräumen werden von der Bevölkerung unmittelbar wahrgenommen. Entscheidend ist nicht eine pauschale Debatte über „zu viel Tourismus“, sondern eine datenbasierte Betrachtung lokaler Belastungen. Um die Akzeptanz vor Ort zu sichern, braucht es eine stabile Finanzierung kommunaler Strukturen, intelligente Besucherlenkung und Mobilitätslösungen, frühzeitige Einbindung der Bevölkerung und ein gestärktes Tourismusbewusstsein.
Öffentliche Anhörung im Ausschuss für Tourismus im Bundestag, 25. März 2026
Förderung der Tourismusakzeptanz
Um Destinationen dabei zu unterstützen, die Tourismusakzeptanz zu fördern, haben der DTV und das Deutsche Institut für Tourismusforschung der Fachhochschule Westküste das Forschungsprojekt „Tourismus im Einklang mit den Einheimischen vor Ort möglich machen: Maßnahmen zur Förderung der Tourismusakzeptanz“ auf den Weg gebracht. Das Projekt wurde 2021-2022 im Rahmen der Fördermaßnahme LIFT Wissen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz umgesetzt. Ergebnis ist eine Broschüre mit 35 Maßnahmen und Anwendungsbeispielen aus der Praxis.
Broschüre „Tourismus im Einklang mit den Einheimischen vor Ort möglich machen“
Maßnahmen zur Förderung der Tourismusakzeptanz
Die Broschüre ist in einer begrenzten Auflage auch als Printversion erhältlich. Zur Bestellung einer Broschüre senden Sie bitte eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten an tourismusakzeptanz@fh-westkueste.de.