Urlaubsplanungsindex (UPI)
Der Urlaubsplanungsindex (UPI) ist ein gemeinsames Forschungsprojekt des Deutschen Instituts für Tourismusforschung an der FH Westküste und des DTV. Er basiert auf repräsentativen Befragungen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung und wird viermal jährlich veröffentlicht. Er dient als Indikator für die kurzfristigen Urlaubsreiseabsichten und misst, wie viele Urlaubsreisen die Deutschen in den nächsten drei Monaten planen. Der UPI wurde im Herbst 2025 erstmals erhoben. Dieser Zeitpunkt bildet mit dem Referenzwert 100 die Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung des Index.
Urlaubsplanungsindex für Herbst 2026
Der UPI-Gesamtwert liegt für den Herbst 2026 bei 81 Punkten und damit deutlich unter dem Referenzwert von 100 Punkten im Herbst 2025. Auch die Urlaubsquote fällt niedriger aus als vor einem Jahr: 55 Prozent der Deutschen beabsichtigen, in den kommenden drei Monaten mindestens eine Urlaubsreise zu unternehmen, im Herbst 2025 waren es 61 Prozent. Tiefergehende Auswertungen zeigen, dass sich die zurückhaltendere Urlaubsplanung in allen soziodemografischen Gruppen findet.
Ein Sonderthema der aktuellen Befragung ist die Bedeutung sonntags geöffneter Geschäfte. Dabei zeigen sich leichte Unterschiede zwischen Alltag und Urlaub: Auf einer Skala von 1 („überhaupt nicht wichtig“) bis 5 („sehr wichtig“) liegt der Mittelwert im Deutschlandurlaub bei 2,6, am eigenen Wohnort bei 2,3. Bei Tagesausflügen liegt er bei 2,5 und bei Auslandsreisen bei 2,9.
Bernd Eisenstein, Direktor des Deutschen Instituts für Tourismusforschung: „Der relativ niedrige UPI-Wert für diesen Herbst ist als Ausdruck der allgemeinen Verunsicherung der Konsumenten und Konsumentinnen in Deutschland zu interpretieren. Das heißt allerdings nicht unbedingt, dass auf Urlaub verzichtet wird, sondern es wird vorsichtiger geplant und auch später entschieden. Zum einen ist der Sommerurlaub bei vielen noch in guter Erinnerung und zum anderen führen unterschiedliche Rahmenbedingungen – wie beispielsweise die Spritpreisentwicklung oder die gesamtwirtschaftliche Lage - zu Unsicherheiten. So wird eine abwartende Haltung gefördert, die Entscheidung für oder gegen eine Urlaubsreise im Herbst wird vertagt. Zudem gehen wir davon aus, dass Preisorientierung und die Suche nach stornierbaren und kurzfristigen Buchungsmöglichkeiten weiter zunehmen werden, um das empfundene Kaufrisiko zu mindern.“
Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes: „Die Ergebnisse zeigen, dass sonntags geöffnete Geschäfte im Urlaub etwas wichtiger sind als im Alltag zu Hause. Der Unterschied ist beim Urlaub in Deutschland zwar nicht sehr groß, dennoch sehen wir, dass Gäste auch sonntags Einkaufsmöglichkeiten nutzen möchten. Gerade in stark touristisch geprägten Orten können deshalb bedarfsgerechte Öffnungsmöglichkeiten sinnvoll sein. Touristische Sonderregelungen geben den Orten die notwendige Flexibilität, auf die Bedürfnisse ihrer Gäste einzugehen und gleichzeitig Wertschöpfung vor Ort zu ermöglichen. Dafür brauchen die Destinationen verlässliche und praxistaugliche rechtliche Rahmenbedingungen.“