Mehrere europäische Länder weisen derzeit darauf hin, dass der Konflikt am Persischen Golf zu einem Rückgang asiatischer Gäste führt. Für Deutschland zeigt sich bislang ein stabiles Bild. Das liegt auch daran, dass der Deutschlandtourismus stark vom Inlandstourismus getragen wird.
Diese Stabilität darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Tourismusregionen finanziell unter Druck stehen. Attraktive Innenstädte, gepflegte Wanderwege, Kultur- und Sportangebote oder Touristinformationen müssen organisiert, finanziert und dauerhaft erhalten werden. Davon profitieren Gäste ebenso wie die Menschen vor Ort. Tourismus stärkt nicht nur Hotellerie und Gastronomie, sondern auch Lebensqualität, Einzelhandel, Freizeitangebote und kommunale Entwicklung. Deshalb braucht der Tourismus in Deutschland verlässliche Finanzierungsstrukturen. Der Bund setzt Impulse durch Investitionen und Förderprogramme, die Länder schaffen zudem über ihre Kommunalabgabengesetze die rechtlichen Grundlagen für touristische Finanzierungsinstrumente.
Gerade weil Tourismus eine freiwillige Aufgabe der Kommunen ist, geraten Investitionen in touristische Infrastruktur angesichts hoher Defizite, steigender Kosten und wachsender Pflichtaufgaben schnell ins Hintertreffen. Fehlende Investitionsspielräume erschweren es außerdem vielerorts, touristische Angebote dauerhaft auf hohem Niveau zu sichern. Umso wichtiger ist es, vorhandene Finanzierungsmöglichkeiten konsequent zu nutzen und transparent zu erklären.
Der Deutsche Tourismusverband setzt sich dafür ein, dass Kommunen, Gäste und regionale Wirtschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Denn vom Tourismus profitieren viele - also sollte seine Finanzierung auf mehreren Schultern ruhen.
Ein wichtiges Instrument sind Gästebeiträge, vielerorts bekannt als Kurtaxe oder Gästetaxe. Sie werden zweckgebunden eingesetzt - etwa für touristische Infrastruktur, Veranstaltungen oder Mobilitätsangebote. Gäste erhalten dafür häufig konkrete Vorteile wie Gästekarten oder vergünstigte Angebote.
Daneben gibt es Tourismusabgaben, an denen sich die regionale Wirtschaft beteiligt. Dahinter steht ein einfaches Prinzip: Wer wirtschaftlich vom Tourismus profitiert, sollte sich auch an seiner Finanzierung beteiligen. Der Vorteil solcher Modelle liegt in ihrer Fairness und Transparenz, weil die Einnahmen unmittelbar dem Tourismus vor Ort zugutekommen.
Davon zu unterscheiden ist die Bettensteuer. Sie kann zusätzliche Einnahmen schaffen, ist allerdings nicht zweckgebunden. Entscheidend ist deshalb, dass Einnahmen nachvollziehbar wieder in den Tourismus investiert werden. Geschieht dies nicht, dann nutzt auch eine Bettensteuer dem Tourismus nichts.
Tourismus ist Wirtschaftsfaktor, Standortfaktor und Lebensqualität zugleich. Wer attraktive und lebenswerte Regionen erhalten möchte, muss deshalb auch den Mut haben, dauerhaft in den Tourismus zu investieren und bestehende Finanzierungsinstrumente konsequent zu nutzen.