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Deutscher Tourismustag 2018 | 14. - 15. November | Bonn

Der Deutsche Tourismustag war vom 14. bis 15. November 2018 zu Gast in Bonn. Rund 500 Teilnehmer aus Tourismus, Politik und Wirtschaft waren der Einladung des Deutschen Tourismusverbandes e.V., der Stadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und ihren Partnern gefolgt.

Im World Conference Center Bonn, dem ehemaligen Plenarsaal des Bundestages, diskutierten ein Futurist, Vertreter aus Destinationen, Touristikunternehmen und Start-ups, Datenschützer und Wissenschaftler die Themen „Auswirkungen der Digitalisierung auf die touristische Arbeitswelt“ und „Von Big Data zu Smart Data“ in Vorträgen und einer Diskussionsrunde.

Die Deutsche Bahn und neusta destination solutions unterstützten die Veranstaltung als Premium-Partner.

Der DTV bedankt sich bei allen Teilnehmern, Referenten, Ausstellern, Partnern und den Gastgebern!

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Auswirkungen der Digitalisierung auf die touristische Arbeitswelt

Künstlich intelligent vs. echt menschlich: Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus?
„Die Zukunft ist besser als wir denken!“, bekräftigte Gerd Leonhard, Futurist, Autor und Geschäftsführer The Futures Agency, angesichts der Ängste, von Robotern ersetzt zu werden. Leonhard räumte ein, dass intelligente Software zunehmend Routinen automatisieren. Andererseits werde aber alles, was nicht automatisiert und digitalisiert werden kann, wertvoller. Das gelte auch für den Tourismus. Zudem sei ein Großteil der Jobs in den nächsten Jahrzehnten noch gar nicht erfunden. Insbesondere künstliche Intelligenz mache neue Geschäftsmodelle möglich. Für Leonhard gilt es jetzt zu definieren, was Maschinen tun und was sie nicht tun sollten. Denn Erlebnisse, Beziehungen und Erfahrungen werden immer wichtiger. Darum geht es, und darum, Technologie zu umarmen ohne dabei Technologie zu werden.

Podiumsdiskussion „Die digitale Arbeitswelt – wie gelingt der Umbruch?“
Wie werden Unternehmen und Mitarbeiter fit für die Digitalisierung? In einer Podiumsdiskussion gaben das Traditionsunternehmen Deutsche Bahn und das Start-Up ADAC Camping GmbH Einblicke.

Für Dr. Ursula Schütze-Kreilkamp, Leiterin der Konzernführungskräfte der Deutsche Bahn AG, muss die Debatte um neue Arbeitswelten von der Reinigungskraft bis zum CEO geführt werden. In einem Konzern kann die Umstellung allerdings nicht von heute auf morgen passieren. Im 1. Schritt gehe es darum, verunsicherte Mitarbeiter mitzunehmen, die Diskussion über Ängste vor der Digitalisierung des Aufgabenbereichs zu enttabuisieren und ernst zu nehmen. Diese „Entängstigung“ mache den Weg frei, Interesse, Neugier und Veränderungen im jeweiligen Aufgabenbereich zuzulassen.

Einen ganz anderen Weg schlug Uwe Frers, Geschäftsführer der ADAC Camping GmbH, ein. Das neue Start-Up wurde bewusst als GmbH des ADAC-Konzerns an einem anderen Standort gegründet. Denn so stünden Geschwindigkeit und Fokus für die Digitalisierung im Zentrum – alles das, wodurch sich ein Konzern eben nicht auszeichnet. Für Frers kommt es darauf an, zuerst in digitalen Geschäftsmodellen zu denken und dann daraus ableitend Strukturen, Produkte und schließlich die Organisation zu entwickeln. Deshalb stellte er in Berlin ein neues internationales Team aus „Digitalisierungsfreaks“ zusammen und legte mit viel Freiraum los. Eines der Ziele sei dabei durchaus auch, die Arbeitsweise des Start-Ups auf den Münchner Konzern ausstrahlen zu lassen. 

VON BIG DATA ZU SMART DATA

Sammeln, auswerten und Gästebeziehungen fördern – kann man aus Daten Wert schöpfen?
Die Stärke von booking.com oder AirBnB sind die Daten, die ihnen zur Verfügung stehen. Das ist gleichzeitig die Schwäche von Destinationen – denn ihnen fehlen diese Daten. Bastian Kneissl, Gründer von MountLytics und Sprecher der Plattform TravelTech&Tourism des Bundesverbands Deutsche Startups e.V. fragt: „Was müssen wir tun, um OTAs nicht noch größer zu machen?“ Für ihn ist es nicht zielführend, nur Geld in Marketing zu investieren. Wichtiger sei es, Services in die Destination zurückzuholen, Vertriebskanäle zu etablieren und daraus gewonnene Daten zu nutzen. Wenn auch nur ein Bruchteil der Buchungen über die eigene Buchungsmaschine der Destination erfolgt, ließen sich wertvolle Erkenntnisse sichern. Wer dann die gesammelten Daten miteinander verknüpft, kann Gäste z. B. automatisiert per E-Mail ansprechen. Damit der Gastgeber wieder mehr Zeit hat, sich persönlich um seine Gäste zu kümmern.

Abwägen, absichern und schützen – darf man aus Daten Wert schöpfen?
„Informieren Sie Ihre Gäste über die Nutzung ihrer Daten“, rät David Oberbeck, Rechtsanwalt der Datenschutzkanzlei in Hamburg. Grundsätzlich gilt es zudem, sich die eigene Datenverarbeitung in drei Bereichen anzusehen. Erstens: Datenverarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage. Davon gibt es vier: Einwilligung, Vertrag, berechtigtes Interesse und Gesetz. Bei der Nutzung personenbezogener Daten muss klar sein, auf welche davon man sich beruft. Zweitens: Klären, mit welchen Dienstleistern man zusammenarbeitet und Auftragsverarbeitungsverträge schließen. Drittens: Verfallsdaten beachten – denn auch Daten haben ein Verfallsdatum. Hat man z. B. eine E-Mail-Adresse seit vier Jahren nicht mehr beschickt, sollte man sie nicht einfach wieder nutzen. Wer seine Hausaufgaben in diesen drei Bereichen gemacht hat und offen informiert, kann Daten ohne Bedenken weiter nutzen.

Nutzung von künstlicher Intelligenz für eine smarte Gästeansprache
Den Smart Kiosk, der bereits in Brandenburg im Einsatz ist, stellten Stefan Huber, Geschäftsführer von hubermedia und Jan Hoffmann, Leiter Digitalisierung der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, vor. Die wie überlebensgroße iPhones aussehenden Stelen stehen am Eingang oder im Innenbereich einer Touristinformation. Sie ergänzen dort die Beratungsleistung der Mitarbeiter oder unterstützen sie in ihrer Arbeit. Besucher, die sich vor die Stele stellen, werden automatisch nach verschiedenen Kriterien eingestuft und einer Persona zugeordnet. So sollen ihnen aus einer vorab zusammengestellten Auswahl perfekt auf sie zugeschnittene Angebote aus der Region vorgeschlagen werden. Die daraus gewonnenen Daten (musste der Besucher Angaben ändern, welche Vorschläge wurden tatsächlich angeklickt oder sogar gebucht) dienen der laufenden Verbesserung des Algorithmus.


Open Data im Tourismus – der Tiroler Knowledge Graph
„In 10 Jahren wird es das Web, wie wir es heute kennen, nicht mehr geben“, eröffnete Elias Kärle vom Semantic Technology Institute der Universität Innsbruck seinen Vortrag. Das Internet von heute wird durch ein „Headless Web“ abgelöst, in dem nicht mehr Menschen an Computern nach Dingen suchen, sondern intelligente Assistenten, wie Siri oder Alexa, das übernehmen. Das birgt die Gefahr einer Monopol-Bildung, wenn große Unternehmen sowohl Inhalte als auch Nutzerdaten sammeln und auswerten, während kleine Unternehmen darauf keinen Zugriff haben. Ein Gegenentwurf ist Linked Open Data. Dabei werden Daten nach dem internationalen Standard von schema.org strukturiert, miteinander verbunden und frei zugänglich gemacht. So entstehen Knowledge Graphs, in denen diese Daten erfasst und flexibel auswertbar sind. Je mehr Destinationen ihre Daten zur Verfügung stellen, desto größer ist der Datenpool für mögliche Erkenntnisse.

Wer kommt da in meine Destination? Besucher mithilfe von Datenanalyse besser verstehen und gezielter ansprechen
Auf rund 45 Mio. Mobilfunkanschlüsse kann Telefónica Germany zugreifen – ein Datenschatz, der täglich 5 Mrd. Kontakte eines Mobiltelefons mit einer Funkzelle generiert. Diese Daten werden entsprechend der Datenschutzvorgaben anonymisiert, aggregiert und extrapoliert. Erst danach nutzt das Unternehmen sie, um Kunden zielgerichtet anzusprechen, erklärte Sabrina Reiser von der Telefonica Germany NEXT GmbH. Denn daraus lassen sich Bewegungsprofile erstellen, Zeitverläufe erkennen oder Kommunikationsmaßnahmen ableiten. In einem Pilotprojekt mit der Region Chiemsee Alpenland wurden die Möglichkeiten für touristische Destinationen ausgelotet. Die Mobilfunkdaten der Gäste vor Ort wurden analysiert. Anhand der Erkenntnisse wurden z. B. Kunden aus München die Christkindlmärkte der Region für einen Tagesausflug vorgestellt. Begleitende Werbewirksamkeitsstudien sollen sicherstellen, dass nachfolgende Kampagnen noch zielgenauer und effektiver gestaltet werden können.

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