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10.04.2019 Die Wassersaison beginnt – Schleusen bleiben geschlossen

Schleuse mit Booten am Teltwokanal in Brandenburg

Durch fehlerhafte Planung und fehlende Investitionen stehen Urlaube und Existenzen auf dem Spiel

Berlin, 10. April 2019:
Das Problem ist bekannt: seit Jahren verfällt die Infrastruktur auf den deutschen Freizeitwasserstraßen. Schleusen müssen notgeschlossen werden, ganze Wassersportreviere werden vom Netz abgeschnitten. Zu Saisonbeginn werden die Konsequenzen sichtbar: der Start in wasserreichen Bundesländern wie Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern droht mancherorts zum Fiasko zu werden.

 

Was das konkret bedeutet, zeigt das Beispiel der Schleuse in Zaaren. Sie ist Teil der Hauptverbindung zwischen Berlin, Brandenburg und der Mecklenburgischen Seenplatte. Mehr als 10.000 Sportboote passieren sie jedes Jahr. 2019 wird das anders aussehen, denn eine Wiedereröffnung nach Instandsetzungsarbeiten ist erst für 1. August geplant. Weil gleichzeitig die Schleuse Garwitz gesperrt ist, gibt es für Wassersportler  und -urlauber auch keine Ausweichstrecke. Die Schleusen auf den Nebenwasserstraßen des Bundes sind im Mittel 105, Wehre 75 Jahre alt. Für die Instandhaltung und Sanierung ist der Bund zuständig. Zaaren ist dabei nur die Fortschreibung einer Reihe von Negativbeispielen wie der Schleuse Kannenburg, der Güdinger Schleuse oder der Mühlendammschleuse.

 

„Zaaren zeigt deutlich, warum wir eine geordnete Planung und die Freigabe dringend benötigter Investitionsmittel brauchen. Nicht nur die geplanten Urlaube von Gästen stehen vor dem Aus. Auch die wirtschaftliche Existenz von Unternehmen und ihren Mitarbeitern steht auf dem Spiel“, sagt der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Reinhard Meyer.

 

Erste Gäste, deren Route durch die Schleuse Zaaren geführt hätte, haben ihre lange geplanten Urlaube bereits storniert. Die IHK Potsdam rechnet allein im Frühjahr mit finanziellen Einbußen von mehr als 750.000 € für die Charterunternehmen und einen Schaden in Millionenhöhe für die Regionen. „Seit Jahren schaut der Bund zu, wie Schleusen und Wehre verfallen. Ist eine Anlage defekt, vergehen Jahre für die Notinstandsetzung oder einen Neubau. Wie in Zaaren zu sehen ist, kann sogar eine ganze Saison ausfallen. Für Bootsverleiher, Gaststätten- oder Marina-Betreiber kann das den Ruin bedeuten. Wir brauchen endlich Lösungen“, so Meyer weiter.

 

Seit Jahren fordern zahlreiche Verbände aus Wassertourismus und Wassersport in einem Appell an den Deutschen Bundestag endlich die dringend notwendigen Investitionsmittel zur Verfügung zu stellen und einen eigenständigen Haushaltstitel für die touristischen Nebenwasserstraßen im Bundeshaushalt einzurichten. Gegen drohende Schleusenschließungen sollte ein Sonderinvestitionsprogramm aufgelegt werden.

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