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Das diesjährige Deutsche Städte- und Kulturforum fand am 05. und 06. Juni in Quedlinburg statt.
Jubiläen & Themenjahre, Unternehmenskultur & Kulturwandel, Big Data: Rund 120 Städtetouristiker und Kulturschaffende waren der Einladung des Deutschen Tourismusverbandes und der Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH gefolgt und diskutierten über aktuelle Themen.

Das von der Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH organisierte Rahmenprogramm stand unter dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“.
Dabei begaben sich die Teilnehmer in der Innenstadt und rund um die Stiftskirche St. Servatii auf dem Schlossberg auf eine Zeitreise zu den Quedlinburger Kulturschätzen.
Anschließend luden die Gastgeber zum Abendessen und gemütlichen Zusammensein in das Hotel Schlossmühle ein, begleitet durch Musik und Gaukelei der Münzenberger Musikanten.

Partner des Deutschen Städte- und Kulturforums 2019 war die AVS GmbH Data Management & Customer Care.

Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der Fachtagung. Einige Impressionen der Veranstaltung haben wir in unserer >> Bildergalerie für Sie zusammengestellt.

ALTE MEISTER IM NEUEN KLEID: WAS BRINGEN THEMENJAHRE?

Einführung durch Studierende der Hochschule Harz
Alena Dreyer und Julia Brockmeyer prüften in ihrem Beitrag Themenjahre auf mögliche Chancen und Risiken. Sie arbeiteten heraus, dass auf der Positiv-Seite vor allem Möglichkeiten einer Imageverbesserung, die Qualitätssteigerung für Bürger sowie Potential für die Verbesserung der Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen und zwischen unterschiedlichen Akteuren zu finden sind. Als Risiken identifizierten sie fehlende oder fehlerhafte Kommunikation, einen großen, nicht kalkulierten Zeit- und Ressourcenaufwand, zu hohe, nicht erfüllte Erwartungen seitens der Besucher, nachlassendes Engagement der Akteure sowie fehlende Marketingbegleitung für dauerhaften Erfolg. Wer die Risiken vorab kennt und entsprechende Maßnahmen zu deren Vermeidung trifft, hat gute Chancen auf ein erfolgreiches Themenjahr.

Quedlinburg 2019: Eine Stadt hat Grund zum Feiern!
Drei Jubiläen begeht Quedlinburg im Jahr 2019: 1100 Jahre Königswürde Heinrich I., 25 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe und 30 Jahre Friedliche Revolution. Welche Ziele will die Stadt damit erreichen? Neben einer Steigerung der Bekanntheit und dem Erreichen eines breiten Publikums ist klar der Zusammenhalt in der Bürgerschaft eines der wichtigen Ziele. Entsprechend bildete auch eine Bürgerversammlung den Auftakt zur Planung des Jubiläumsjahres. Es folgten Arbeitskreise, Fördermittelanträge, Kommunikationskonzeption und der Bewerbungsstart mit längerem Vorlauf. Im begleitenden Marketing setzt Quedlinburg seine Schwerpunkte auf nachhaltige Projekte, auf die Schaffung neuer Erlebniswelten, breite Perspektiven und auch hier auf eine Stärkung des Innenmarketings. Die Erfolge bis zur Jahresmitte geben den Verantwortlichen Recht: Zum Sachsen-Anhalt-Tag konnte Quedlinburg 155.000 Besucherinnen und Besucher begrüßen.

Luther erleben: Ein touristischer Blick auf die Reformationsdekade
Zu Beginn des Vortrags steht ein klares Bekenntnis: 10 Jahre waren zu lang. Den Spannungsbogen und das Engagement der Beteiligten über einen so langen Zeitraum aufrecht zu erhalten, war so gut wie unmöglich. Auch grundsätzlich ist nicht jedes Jubiläum ein geeigneter Reiseanlass. Deswegen ist es schon im Vorfeld wichtig zu überlegen, welche Zielgruppe man hat, welche Botschaft man senden will und ob das Jubiläum dazu passt. Es gilt Angebot und Nachfrage abzugleichen und die Ansätze mit Marktforschung zu unterlegen. Auch hier war der Partizipationsprozess entscheidend. Erst durch die Verknüpfung der Akteure konnte eine letztlich erfolgreiche Dekade umgesetzt werden. Denn auch für den Gast wird eine Idee erst erlebbar, wenn sie von den Menschen vor Ort transportiert wird.
Die Reformationsdekade rund um Martin Luther hat alle Beteiligten vor enorme Herausforderungen gestellt. Trotzdem ist es am Ende gelungen, Kirche, Staat und Zivilgesellschaft hinter dem Thema zu versammeln – und am Wichtigsten: eine gemeinsame Sprache zu finden.


Bedeutung von Jubiläen und Themenjahren für die Vermarktung des Reiselandes Deutschland
Aus Sicht von Alexandra Brandau, Leiterin Medienmanagement Deutsche Zentrale für Tourismus e.V., ist die zentrale Frage bei Jubiläen und Themenjahren „Was wollen wir überhaupt?“. Erst wenn geklärt ist, wer mit welcher Botschaft und mit welchen Ziel erreicht werden soll, hat ein Themenjahr Chance auf Erfolg. Für die DZT ist dabei immer die Nachhaltigkeit entscheidend. Nur Themen die über einen längeren Zeitraum Bestand haben oder wirken, haben das Potential zu Schwerpunkten zu werden. Ein Beispiel dafür ist Culinary Germany aus dem Jahr 2018 – eine Kampagne, mit der die DZT weltweit 16,8 Mrd. Kontakte erreichen konnte.

200 Jahre Stille Nacht! Heilige Nacht!
2018 beging Österreich das 200-jährige Jubiläum des Weihnachtslieds Stille Nacht! Heilige Nacht! Erstes Ziel war es, die Geschichte des Liedes als Friedensbotschaft bekannter zu machen. Gerade in unruhigen Zeiten sollte die Idee des Liedes, seine Rolle zu Weihnachten im 1. und 2. Weltkrieg, bekannt gemacht und in die Moderne übersetzt werden. Natürlich sollte auch seine Herkunft aus Österreich bzw. dem Salzburgerland kommunizieren werden. Nachgereiht sollte eine nachhaltige Produktentwicklung der touristischen Angebote erfolgen. Neben den klassischen Marketingmaßnahmen setzten die Verantwortlichen auf große Ereignisse wie eine Flugzeugtaufe oder eine Audienz beim Papst in Rom. Eine eigens programmierte Location-based App wurde aufgrund der überraschenden Software-Abschaltung seitens Google nicht zum gewünschten Erfolg. Immerhin gibt es mittlerweile Pläne, ein 2018 in Salzburg uraufgeführtes Musical zu Stille Nacht in Hollywood zu verfilmen. Auch ökonomisch hat das Jubiläumsjahr sich bezahlt gemacht. Die beteiligten Orte konnten einen Nächtigungszuwachs von 7,5 % verzeichnen, die Rechte am Musical und am produzierten Bildmaterial wurden international verkauft.


Wie Hollands Themenjahre für neue Reiseimpulse sorgen

Vor Kurzem ging durch die Medien, dass die Niederlande ihr Tourismusmarketing einstellen wollen. Michael Siebers, Marketing Manager Deutschland & Belgien des Niederländischen Büros für Tourismus & Convention, stellte bei seinem Vortrag klar, dass dies nicht der Fall ist. Vielmehr wollen die Niederlande im Rahmen eines integrierten Konzeptes daran arbeiten, internationaler zu werden – und gleichzeitig die Touristenströme in ihr Land zu entzerren. In der Kommunikationsstrategie werden deswegen in Zukunft auch weniger besuchte, weniger prominente Orte und Regionen einbezogen. Wer sich beispielsweise für Rembrandt interessiert, dem wird neben dem Rijksmuseum in Amsterdam gleich eine ganze Route mit Sehenswürdigkeiten und zentralen Punkten rund um Rembrandt in ganz Holland vorgeschlagen.

UNTERNEHMENSKULTUR & KULTURWANDEL

Einführung durch Studierende der Hochschule Harz
Drei grundsätzliche Ziele im Bereich Human Relations wurden von den Studierenden hervorgehoben: Bindung von Mitarbeitern, Flexibilisierung von Arbeitsstrukturen und Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter. Als Einflussfaktoren haben sie vor allem die Work-Life-Balance, demografischen Wandel und die Digitalisierung ausgemacht. Was heißt das aber genau für die Generation Y und die Generation Z als junge bzw. künftige Mitarbeiter? Für die Generation Y gilt: Alles ist erreichbar. Sie sind digital Natives, könnten als die Generation „Maybe“ bezeichnet werden und befinden sich ständig auf der Suche nach Sinn und Selbstverwirklichung. Die Generation Z wiederum besteht aus Einzelkämpfern. Sie sind Multitasking gewohnt, das Smartphone ist aus ihrem Leben nicht wegzudenken und „Me, Myself & I“ gilt als ihr Lebensmotto. Wer als Führungskraft diese Unterschiede (er)kennt, kann sie in der Personalauswahl und Führung auch entsprechend zum Erfolg des Unternehmens berücksichtigen und nutzen.

Wie kann Führung zum Kulturwandel beitragen? Der Upstalsboom Weg

Daniela Gleue, Herzlichkeitsbeauftragte aus dem Upstalsboom Hotelresidenz & Spa Kühlungsborn, zeichnete den klassischen Weg nach, den das Unternehmen vor einer radikalen Veränderung erlebte. Zwei Mitarbeiterbefragungen zeigten ein verheerendes Bild. Die Mitarbeiter waren enorm unzufrieden, auch die Fluktuation war hoch und insgesamt führte das zu finanziellen Problemen. 2012 entschied der Inhaber sich für einen neuen Weg. Gemeinsam mit ausgewählten Mitarbeitern wurde im Rahmen eines Workshops ein Wertebaum mit 12 Werten erarbeitet, der seither die Grundlage jeglichen Handelns im Unternehmen darstellt. Hierarchien werden sukzessive abgeschafft, Menschen sollen sinnorientiert arbeiten können. Auch das Führungsverständnis hat sich grundlegend gewandelt. Es geht nicht mehr um Anleitung und Kontrolle, Führung heißt heute Vorbild sein, kluge Fragen stellen, seine Mitarbeiter sehen, wertschätzen und fördern.  Für die Mitarbeiter werden zusätzlich Anreize wie Job Rotation, Komplimente-Karten oder die Initiative Friesenherz grenzenlos – die den Bau von Schulen in Ruanda unterstützt – angeboten. Vieles davon sind Selbstverständlichkeiten der modernen Mitarbeiterführung, aber gerade in der Tourismusbranche ist Upstalsboom damit einer der Vorreiter, der diese Ideen auch bis zum Ende konsequent umsetzt.

Berufseinstieg der Generation Y – was Kulturinstitutionen wissen sollten
„Den Generationenschock hatten wir schon immer“, konstatierte Prof. Dr. Julia Frohne bei ihrem Vortrag. So erklärt sich auch, dass Selbst- und die Fremdwahrnehmung der Generation Y so weit auseinanderklaffen. Was die einen als flexibel und kreativ sehen, beschreibt die andere Seite als anstrengend und konfliktscheu. Die weit verbreitete Wahrnehmung, diese Generation hätte keine Ambitionen, lässt sich aber aus der Forschung nicht bestätigen. Mehr als ein Drittel der als Generation Y eingestuften Menschen gelten als beruflich ambitioniert und wollen Karriere machen. 
Was sich tatsächlich verändert hat, ist laut Forschung die Schwerpunktsetzung. Unternehmenskultur, Führungsstil, Arbeitsklima und eine herausfordernde Tätigkeit sind heute entscheidendere Gründe einen Job anzunehmen, als die reine Bezahlung, Führungs- oder Budgetverantwortung. Für Unternehmen, die gefragte Arbeitgeber für diese Generation sein wollen und sie erfolgreich an sie binden möchten, ist es daher ratsam, ein gutes Onboarding vorzunehmen, Mentoring-Programme anzubieten, einheitliche und transparente Regeln zu schaffen, regelmäßiges Feedback zu geben und intensiver als bisher zu kommunizieren.

BIG DATA IM STÄDTE- UND KULTURTOURISMUS

Einführung durch Studierende der Hochschule Harz
Die grundsätzlichen Ziele der Arbeit mit Big Data liegen in Kostensenkung, Zeiteinsparung, der Entwicklung neuer Angebote oder Echtzeit-Kundenfeedback. Welche konkreten Möglichkeiten ergeben sich daraus bereits heute im Tourismus? Es können Trends abgeleitet werden, Innovation und Kommunikation kann individualisiert und gestärkt werden, die Kundenbedürfnisse können besser erfasst, das Marketing kann angepasst werden. Gleichzeitig gibt es aktuell noch deutliche Schwächen. Dazu zählt die für viele Unternehmen Unüberschaubarkeit von Big Data, die Anfälligkeit für Hackerangriffe sowie Datenschutz-Befürchtungen seitens der Kunden.

Besucherlenkung 3.0: Der Weg zum intelligenten BesucherInnen-Management

Das Schloß Schönbrunn in Wien verzeichnet pro Jahr rund 2,5 Millionen Besucher. Gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology wurde deshalb ein System entwickelt, das den Verantwortlichen dabei hilft, Besucherströme zu erfassen und zu optimieren. So kann mittels weniger installierter Sensoren festgestellt werden, wo es im Gebäude und in der Ausstellung Flaschenhälse gibt, wo zu lange Texte im Audio-Guide zu Staus führen, welche Exponate stärker besucht sind als andere. Das System hilft sogar dabei, vorab zu simulieren was passiert, wenn beispielsweise ein Raum für Renovierung gesperrt werden soll. Entscheidend bei diesem Projekt war eine möglichst hohe Qualität an Daten, nicht die Quantität. Gemeinsam mit dem Wissen und der Erfahrung der Mitarbeiter bilden sie in Zukunft die Grundlage dafür, Entscheidungen zu optimieren. Ihre Nutzung soll einen klaren Beitrag dazu leisten, die Besucherzufriedenheit zu steigern sowie die Erträge zu erhöhen, um damit das Schloss auch für spätere Generationen zu erhalten.

Räumlich differenzierte Betrachtung von Besucherströmen zur stadtverträglichen Entwicklung des Tourismus
Den Tourismus in Berlin besser verstehen – so beschreibt Frank Meister von visitBerlin das Ziel eines neuen Projekts. Anhand von Mobilfunkdaten der Deutschen Telekom will man das Wissen um das Verhalten der Berlin-Touristen vertiefen. Wo starten sie in den Tag? Woher kommen Besucher eines bestimmten Orts? Unterscheidet sich der Gast um 10 Uhr am Ku’Damm von dem um 18 Uhr am Alexanderplatz? Zwei Jahre lang sollen Daten im gesamten Stadtgebiet erhoben werden, die Aufschluss über Herkunft, Alter, Geschlecht und Verweildauer geben. Natürlich werden strenge Datenschutzrichtlinien angelegt, nur anonymisierte Daten genutzt und auch nur Gruppenergebnisse ausgewertet. Schlussendlich sollen so aber die Besucher besser angesprochen und passgenauere Angebote für Gäste gemacht werden können.


Unsere Städte auf dem Weg zu Smart Cities: Wie Mastercard helfen kann, lokale und globale Tourismus-Trends besser zu verstehe.
50 % der Weltbevölkerung lebt schon heute in Städten. Das bringt Herausforderungen in den Bereichen Mobilität, Wohnraum, öffentliche Verwaltung, alternde Infrastruktur und demografischer Wandel mit sich. Deswegen hat Mastercard die Initiative City Possible ins Leben gerufen. In diesem Public-Private-Partnership Modell arbeiten 21 Städte zusammen, um sich gemeinsam diesen Problemen zu stellen. Mastercard bietet aber auch auf operativem Niveau Unterstützung und Daten für die städtische und touristische Entwicklung. So werden beispielsweise anonymisierte Daten über das Kaufverhalten, Herkunft oder Saisonalität des Gästeverhaltens angeboten, die zur Verbesserung von Kommunikation und Angebot genutzt werden können.

Mit Google My Business Gäste erreichen und verstehen
Google bietet für Unternehmen und Institutionen einen kostenfreien Google My Business Eintrag an. Dieser wird sowohl bei der Suche im Netz, als auch in Verbindung mit dem Eintrag auf Google Maps angezeigt. Neben den Kontaktdaten, Öffnungszeiten oder Serviceangeboten können hier vor allem auch Bilder präsentiert werden. Bilder steigern nicht nur das Google-Ranking sondern spielen auch für die Entscheidung des Nutzers eine immer größere Rolle, so Andreas Hörcher. Auch Rezensionen sind Teil dieses Profils. Sie sind gut nutzbar, um Feedback von Kunden zu bekommen und gleichzeitig gute Bewertungen zu sammeln. Dabei ist es wichtig auf Rezensionen zu reagieren – auf positive wie auf negative. Google bietet darüber hinaus kostenfreie Weiterbildungen in Bereichen wie Online-Marketing, Vertrieb, Social Media oder Produktivität in seiner Zukunftswerkstatt an.

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