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Der Deutsche Tourismustag war vom 21. bis 22. November 2019 zu Gast in Rostock. Rund 530 Teilnehmer aus Tourismus, Politik und Wirtschaft waren der Einladung des Deutschen Tourismusverbandes e.V., der Stadt Rostock, dem Land Mecklenburg-Vorpommern und ihren Partnern gefolgt.

In der StadtHalle Rostock setzten unsere Referenten Impulse für die Zukunft des Destinationsmanagement.

Die Deutsche Bahn und TOURISMUS INTERAKTIV GmbH unterstützten die Veranstaltung als Premium-Partner.

Der DTV bedankt sich bei allen Teilnehmern, Referenten, Ausstellern, Partnern und den Gastgebern!

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Es bleibt alles beim alten, ausser wir verändern es!

DMO neu denken: Mythen im Destinationsmarketing - welche Aufgaben haben Tourismusorganisationen wirklich?

Nachdem bereits im Jahr 1965 eine Satirezeitschrift festgestellt hat, dass Tourismusorganisationen Gäste in ihre Regionen holen wollen, provoziert Prof. Dr. Pietro Beritelli heute mit zehn Mythen rund um das Destinationsmarketing, die er jeweils direkt widerlegt. Seine Aussage im Schweizer Jahrbuch des Tourismus 2018/2019: Tourismusorganisationen locken keine Gäste an. Stattdessen fordert er die Rückkehr zu den Wurzeln des Destinationsmanagement: Unterstützung der Gäste vor Ort; des Aufbaus von Kooperationen mit Tourismusorganisationen, die Projekte nicht alleine umsetzen können; sowie bei der Umsetzung und Erneuerung von touristischen Projekten. Prof. Dr. Beritelli erläutert, dass Soziologie und Anthropologie, die Humangeographie, Analysen von Mikro-Verhaltensdaten sowie die Moderation von Leistungsträgern und Akteuren stärker in den Vordergrund rücken müsse.

Produkte und Dienstleistungen neu denken: Was können wir vom Cradle to Cradle Prinzip lernen?

„Sie können nur klimaneutral sein, wenn Sie nicht existieren": Mit diesen Worten machte Prof. Dr. Michael Braungart klar, dass es notwendig ist, Nachhaltigkeit neu zu denken. Das Cradle-to-Cradle-Prinzip bedeutet, nicht weniger schädlich sondern vielmehr nützlich zu handeln. Zukünftig gibt es nach Braungart nur noch zwei Arten von Produkten: Verbrauchsgüter, die vollständig biologisch abgebaut werden können und Gebrauchsgüter, die sich endlos recyceln lassen. Es gehe nicht darum, weniger, sondern in technischen und biologischen Kreisläufen zu produzieren. Gastgeber einer Ferienunterkunft könnten zum Beispiel auf Taschentücher und Toilettenpapier umsteigen, die Zellstoff enthalten, das in drei Wochenstatt in sechs Jahren abbaubar ist. Das sei umweltverträglich und zugleich ein Alleinstellungsmerkmal. Mit viel Humor machte Prof. Dr. Baumgart deutlich, dass es an der Zeit sei, weniger über Probleme und mehr über Lösungen zu sprechen, getreu seinem Leitbild: "If you make the wrong things perfect. It is perfectly wrong“.

Organisation neu denken: Wie gelingt der Wandel?

Bevor Nina Duda, Innovation Consultant bei der Dark Horse GmbH in Berlin, das „Wie“ beim Wandel zu einer neuen Organisation erklärte, ging sie in ihrem Vortrag auf das „Warum“ ein. Früher hatte unsere Arbeitswelt eine klare Struktur, wir richteten uns nach Abläufen, die wir aus der Produktion in Fabriken kennen. Die Digitalisierung hat das verändert. Duda sieht darin eine kulturelle Revolution. Denn durch die Digitalisierung haben wir heute immer mehr Optionen – wenn auch bei gleich viel Zeit. Unser Tun muss daher klar am Mehrwert für den Nutzer ausgerichtet sein. Er ist es, der bei unserem Handeln und Denken im Mittelpunkt stehen muss, wenn wir ihn überhaupt noch erreichen wollen. Agiles Arbeiten kann dabei helfen. Wenn Agilität richtig gelebt wird, steht erst die Veränderung des Denkens, das richtige Mindset, im Mittelpunkt. Denn: Probleme lassen sich nicht umsetzen, Lösungen schon. Die nötigen Methoden können wir uns dann Schritt für Schritt aneignen.

Neues aus der Welt der digitalen Anwendungen

Wie digital sind die Destinationen im Deutschlandtourismus?

Die gute Nachricht verkündete Dr. Alexander Schuler gleich zu Beginn: mehr als 84 % der Websites aller bei der Studie teilnehmenden LMOs und DMOs verfügen über ein Responsive Design. Und noch eine erfreuliche Zahl hatte er im Gepäck: rund drei Viertel der Befragten nutzen die sozialen Medien für ihre Arbeit. Ein großer Teil der Studienergebnisse lässt allerdings Ernüchterung aufkommen. So geben nur 41 % der Befragten an, dass zumindest die Hälfte der Unterkünfte in ihrer Region online buchbar sei. Ebenso klar wird: während wir über Buzz Words wie KI oder Open Data sprechen, liegt der Weiterbildungsbedarf viel mehr bei Themen wie SEO oder Social Media. Die Studie von DTV und BTE liefert aber auch gleich Lösungsansätze. Datensilos auflösen, Mitarbeiter individuell in den unterschiedlichen Bereichen der Digitalisierung schulen – und auf übergeordneter Ebene in die Infrastruktur investieren. Denn 44 % der befragten Touristiker geben an, dass fehlendes Breitband eines der größten Hemmnisse in der Digitalisierung darstellt. 

Digitalization of the tourist information: insights from the Copenhagen Visitor Service

Rund 435.000 Besucher verzeichnen laut Tim Michael Larsen die Standorte des Copenhagen Visitor Service jedes Jahr. In der Kommunikation setzt Kopenhagen dabei im persönlichen wie im digitalen Kontakt vor allem auf zwei konkrete Themen: Localhood und Nachhaltigkeit. Bei Localhood geht es in erster Linie um Geschichten, die abseits des eigentlichen Stadtzentrums stattfinden. Auf Youtube, in digitalen Guides oder Walking Tours und virtuellen Geschichten auf Monitoren im Visitor Center, bringt man Gästen die weniger bekannten Bezirke näher, um Besucherströme zu entzerren. Gäste werden zudem – digital wie auch analog – zu umweltfreundlichem und umsichtigem Verhalten animiert. Geschichten aus 10 konkreten Themenfeldern, von Müllvermeidung bis zu sauberem Wasser im Hafen, werden an Urlauber kommuniziert. So schafft Kopenhagen es, nicht mehr nur breite Markenbotschaften zu transportieren, sondern durch individuelle Geschichten Gäste und Einwohner gleichermaßen für ihre Stadt zu begeistern.

Spotlight Open Data: Was tun mit den Daten?

Offene Daten können von jedermann frei benutzt, weiterverwendet und geteilt werden. Wetterdienste, Parkhäuser, Restaurants bedienen sich bereits Open-Data-Technologien und stellen Geodaten, Kapazitäten und Wartezeiten in Echtzeit für den Endverbraucher zur Verfügung. Der Open-Data-Ansatz beschleunige die Modernisierung, fördere Kollaborationen, Innovationen und schaffe offene Systeme, so Lisa Kinne. Gemeinsam mit Marc Kleemann appellierte sie an die Touristiker sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, denn die Arbeit mit Daten kann durchaus Spaß machen und nicht nur für sogenannte ‚Techies‘. Unterstützung gibt es reichlich: Zum Beispiel helfen sogenannte Hackathons konstruktive Lösungen im Umgang mit Daten zu finden. Als Fördermöglichkeit für digitale Innovationen nennt Kleemann den mFund, der für datenbasierte Anwendungen beim BMVI beantragt werden kann.

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