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05.11.2015 Deutscher Tourismustag in Bremerhaven: Rekordjahr in Sicht / Tourismusfinanzierung bleibt Herausforderung

Bremerhaven, 5. November 2015: Der Deutschlandtourismus steuert auf das sechste Rekordjahr in Folge zu. „Wir haben vor drei Jahren erstmals die 400-Millionen-Marke bei den Übernachtungen geknackt. 2015 könnten es nach unseren Schätzungen insgesamt bis zu 435 Millionen Übernachtungen sein. Das entspräche einem Anstieg von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagte Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes e.V. (DTV) beim Deutschen Tourismustag 2015 in Bremerhaven. Allein für die ersten acht Monate des laufenden Jahres verzeichnete das Statistische Bundesamt einen deutlichen Anstieg von +3,4 Prozent bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr. Das sind 298,4 Millionen Übernachtungen in Hotels, Pensionen, auf Campingplätzen und in sonstigen Beherbergungsbetrieben ab zehn Betten bzw. Stellplätzen.

 „Die Rekordzahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche vielerorts um die finanziellen Mittel für die Bereitstellung und Instandhaltung touristischer Infrastruktur kämpfen muss“, mahnte der Verbandspräsident. Die Finanzierung von Uferpromenaden, Wander-, Radwegen und Freizeitbädern hängt zu einem Großteil von den kommunalen Haushalten ab. „Die Spielräume für freiwillige Aufgaben wie touristische Infrastruktur- und Marketingaktivitäten sind häufig eng“, so Reinhard Meyer. Nicht zuletzt hängt jedoch das wirtschaftliche Wohl einer Gemeinde von Investitionen in freiwillige Aufgaben wie Verkehrs- und Erholungseinrichtungen, Sportanlagen oder kulturellen Angeboten ab. Solche Investitionen bilden auch die Grundlage für erfolgreichen Tourismus. „Investitionen der Kommunen sind nur ein Pfeiler, auf den sich der Tourismus stützen kann“, sagte Reinhard Meyer. „Darüber hinaus brauchen wir zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten wie die Tourismusabgabe. Sie ist zweckgebunden, solidarisch und rechtssicher.“ Voraussetzung für die Einführung einer gemeindlich erhobenen Tourismusabgabe ist die Regelung in den Kommunalabgabengesetzen der Länder.

Der Ansatz: Alle Unternehmen, die vom Erfolgsfaktor Tourismus vor Ort profitieren – beispielsweise auch der Einzelhandel oder Handwerksbetriebe – beteiligen sich an der Finanzierung des touristischen Aufwandes. Je nach Umsatz, Lage und Branche zahlen sie einen individuellen Beitrag an die Stadt oder Gemeinde. Die Einnahmen müssen dem Tourismus zu gute kommen und dürfen nicht, wie bei der Bettensteuer, im kommunalen Haushalt verschwinden. „Unser Appell richtet sich an die Länder, die Kommunalabgabengesetze so anzupassen, dass alle Gemeinden dieses Instrument einsetzen können“, sagte der DTV-Präsident. Ohne die öffentliche Hand gehe es im Tourismus jedoch nicht, betonte er. „Kommunale Investitionen in die touristische Infrastruktur eines Ortes haben eine motivierende Wirkung auf das Investitionsklima“, sagte Reinhard Meyer. Und weiter: „Neben der Bereitstellung von Wegeinfrastruktur oder Kulturangeboten ist kommunales oder interkommunales Engagement insbesondere bei der Ansiedlung von Leuchtturm-Projekten gefragt. Sie fördern die Investitionsdynamik der Privatwirtschaft.“ Solche Leuchtturm-Projekte könnten beispielsweise regionale Allianzen zur Barrierefreiheit sein oder ein Erlebnismuseum, das als Besuchermagnet wirke. Nur so könnte das Reiseland Deutschland dauerhaft wettbewerbsfähig bleiben.

Starkes Tourismusjahr für Bremerhaven
Auch Bremerhaven erwartet für 2015 ein Rekordergebnis. Von Januar bis September 2015 stiegen die Ankünfte um 4,5 Prozent auf 151.025 und die Übernachtungen
um 2,1 Prozent auf 293.445 im Vergleich zum Vorjahr an. Für das Gesamtjahr 2015 geht die Seestadt von einem Zuwachs von 4 Prozent bei den Ankünften und einem Plus von 2 Prozent bei den Übernachtungen aus. Das entspräche 197.276 Ankünften und 382.538 Übernachtungen für das Jahr 2015. „Dass der Deutsche Tourismustag in Bremerhaven stattfindet ist für die Seestadt eine Auszeichnung und gleichzeitig ein großer Erfolg. Unsere Investitionen im Tourismus werden beachtet und anerkannt. Durch diese bedeutende Fachtagung sind die Akteure des Deutschlandtourismus zu Gast in unserer Stadt und können sich ein Bild von den vielen positiven Veränderungen machen“, sagte Oberbürgermeister Melf Grantz.

Bremen und Bremerhaven – zwei Städte, ein Land
„Wir sind auf einem guten Weg, die Stärken und Attraktionen beider Städte für unterschiedliche Zielgruppen zu bewerben“, sagte Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen. „Zurzeit arbeiten wir an einem Tourismusprogramm 2020, damit auch zukünftig die Zahlen der Tagestouristen und Übernachtungsgäste steigt.“ Beide Städte kooperieren unter dem gemeinsamen Dach ‚Zwei Städte – ein Land‘ und vermarkten darunter zum Beispiel die Wissens- und Erlebniswelten: das Klimahaus und das Auswandererhaus in Bremerhaven, sowie das Universum und die Botanika in Bremen. Aber auch der Fahrradtourismus wird verstärkt in den Fokus genommen.

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