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30 Jahre Mauerfall
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NEWS
Wir machen den Tourismus stark. In Deutschland.
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Mit dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 begann der lange Prozess der deutschen Wiedervereinigung. Auch für den Tourismus brach damit eine neue Zeit an, die vieles verändert hat – für die einzelnen Menschen ebenso wie für unsere gesamte Branche.

Der DTV hat dieses Jubiläum zum Anlass genommen, um Menschen aus ganz Deutschland zu ihren persönlichen Mauer- und Wiedervereinigungs-Geschichten zu befragen.

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Reinhard Meyer

Präsident des Deutschen Tourismusverbandes e.V.

„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Können Sie sich noch erinnern was Sie gemacht haben, als Günter Schabowski am 9. November 1989 diesen Satz sagte?

Daran kann ich mich noch gut erinnern. Ich war damals in Hamburg und als ich abends den Fernseher anschaltete, war nur noch von der Pressekonferenz die Rede, in der Schabowski die heute berühmten Worte formulierte. Bis nach Mitternacht habe ich zusammen mit Freunden den „Bildersturm“ beim Mauerfall im Fernsehen staunend und glücklich zugleich beobachtet.

Welchen Stellenwert haben Mauerfall und Wiedervereinigung aus Ihrer Sicht heute überhaupt noch für unsere Arbeit oder unseren Alltag? 

Beide Ereignisse sind und bleiben von großer historischer Bedeutung, nicht nur für Deutschland, sondern weit darüber hinaus. Unser Land hat sich seitdem verändert, auch unser Selbstverständnis als Nation. Nicht alle Menschen, vor allem im Westen des Landes, konnten das nach 1989 nachvollziehen. Anderen, vor allem im Osten des Landes, fiel es nicht leicht, die lang erstrebte und neu gewonnene Freiheit mit allen Vor- und Nachteilen zu akzeptieren. Mehr gegenseitige Besuche, mehr Verständnis füreinander können hilfreich sein. Und ganz nebenbei profitiert dabei der Deutschlandtourismus.

Was können wir aus den letzten 30 Jahren für die kommenden 30 Jahre lernen?

Es ist für mich ein Rückfall aus der eigenen Geschichte wenn wir heute nach 30 Jahren in „Ossis“ und „Wessis“ unterscheiden. Wir sind ein Deutschland und sollten uns auch alle so fühlen. Kurzum: Wo das noch nicht der Fall ist, gilt es offen zu sein und aufeinander zuzugehen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es lohnt sich.

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Christina Riem

Projektleitung Qualitätsmanagement, Tourismus Zentrale Saarland GmbH und Mitglied im DTV-Netzwerk "Next-Generation"

„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Können Sie sich noch erinnern was Sie gemacht haben, als Günter Schabowski am 9. November 1989 diesen Satz sagte?
Als Günter Schabowski diesen Satz gesagt hat, werde ich wohl gerade geschlafen haben. Vielleicht habe ich auch ein Fläschchen gekriegt oder wurde frisch gewickelt? Um ehrlich zu sein: ich erinnere mich nicht. Ich war da knapp drei Monate alt.         

Welchen Stellenwert haben Mauerfall und Wiedervereinigung aus Ihrer Sicht heute überhaupt noch für unsere Arbeit oder unseren Alltag?  
Die Berliner Mauer prägt das Stadtbild unserer Bundeshauptstadt und ist jedem ein Begriff. Wir alle kennen die Geschichte dahinter, wenn ich mir auch nicht vorstellen kann, dass es eine Trennung zwischen Ost und West einmal wirklich gegeben hat. Das Saarland, in dem ich ja nun schon mein ganzes Leben lang wohne, war selbst lange Zeit hin und her gerissen zwischen zwei Ländern. Aber auch das ist schon so lange her... Für mich persönlich hat weder das eine noch das andere eine Auswirkung auf meine Arbeit oder meinen Alltag. Für mich ist Deutschland immer schon ein Ganzes gewesen, mit Ost und West und natürlich mit dem Saarland.

Was können wir aus den letzten 30 Jahren für die kommenden 30 Jahre lernen?
Wir sollten uns wann immer nötig darauf besinnen, dass wir zusammen mehr bewegen können denn als Einzelkämpfer. Leider zeigen aktuelle politische Entwicklungen, dass nicht alle Welt so denkt... Demokratie, Zusammenhalt und das Recht auf Freiheit in all ihren Facetten sind für mich Werte, die wir erhalten müssen. Ich denke, dass wir aus unserer Vergangenheit lernen und es jetzt und in Zukunft besser machen sollten.

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Dieter Hütte

Geschäftsführer TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH

„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Können Sie sich noch erinnern was Sie gemacht haben, als Günter Schabowski am 9. November 1989 diesen Satz sagte?

Ja, daran kann ich mich erinnern. Ich war damals in Nümbrecht im Bergischen Land tätig. Ausnahmsweise bin an diesem Tag sehr zeitig ins Bett gegangen und habe dieses denkwürdige Ereignis schlichtweg verschlafen. Am nächsten Morgen habe ich dann sehr früh das Radio eingeschaltet und habe die Sensation dann gehört. Später habe ich mich auf den Weg nach Frankfurt zum Tag der Bustouristik gemacht und habe auf der Autobahn schon die Kolonnen von Trabis gesehen. Diese Bilder vergisst man nicht.

Welchen Stellenwert haben Mauerfall und Wiedervereinigung aus Ihrer Sicht heute überhaupt noch für unsere Arbeit oder unseren Alltag?
Nach wie vor sind mit dieser Zeit starke Emotionen verbunden. Ich hatte keine Verwandtschaft in der DDR. Dennoch waren es sehr berührende Augenblicke, die man sich ruhig immer mal wieder ins Bewusstsein holen sollte. Wir waren schließlich Zeitzeugen eines historischen Augenblicks! Ich persönlich denke nicht in den Kategorien Ost und West. Für unsere Firma spielt dies ebenfalls keine Rolle mehr. Wenn Sie mich als Touristiker fragen, dann steht die Reisefreiheit im Vordergrund, die nicht nur einseitig von Ost nach West, sondern auch von West nach Ost galt. Man muss schon feststellen, dass das Interesse der Menschen aus dem Osten am Westen größer war, als das der Menschen aus dem Westen am Osten. Aber wir arbeiten ja kontinuierlich daran, dies zu ändern.  

Was können wir aus den letzten 30 Jahren für die kommenden 30 Jahre lernen?
Da bemühe ich mal ein Zitat: „Das Leben kann nur in der Schau nach rückwärts verstanden, aber nur in der Schau nach vorwärts gelebt werden“ heißt es bei Sören Kierkegaard. Der Blick zurück kann manchmal hilfreich sein und im Fall von Brandenburg zeigt sich, dass wir gut daran getan haben, nicht Trends hinterher zu laufen, sondern unsere Ideen und Visionen zu verfolgen. Der Blick nach vorne ist dennoch das Entscheidende. In Brandenburg hat der Tourismus eine Chance bekommen und alle Akteure haben diese Chance in den letzten 30 Jahren genutzt und sehr viel Gutes auf den Weg gebracht. Das Land hat davon in Gänze in seiner Entwicklung profitiert. Ich denke, dass unserer Branche auch in Zukunft diese Rolle haben wird.

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Bärbel Schön

Geschäftsführerin Tourismusverband Sachsen-Anhalt e. V.


„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Können Sie sich noch erinnern was Sie gemacht haben, als Günter Schabowski am 9. November 1989 diesen Satz sagte?
Zum damaligen Zeitpunkt war ich als Stadtrat für Kultur in der Stadt Haldensleben beschäftigt. Eine große Unruhe war schon irgendwie spürbar, aber ich lebte in einer Kleinstadt, wo öffentliche Aufruhr eher ungewöhnlich war. Die Turbulenzen der schwunghaft anwachsenden Montagsdemos und die Großdemonstration auf dem Berliner Alex am 5. November habe ich über das Fernsehen verfolgt. Noch heute ist mir unbegreiflich, wie sich dieser friedliche Protest organisiert hat, wo doch kaum jemand über einen Telefonapparat verfügte. Natürlich hing man viel am Fernseher und wechselte zwischen Ost-und Westnachrichten, um ja nichts zu verpassen.

Abends in den Nachrichten kam die verlesene und gestammelte Erklärung von Schabowski ziemlich unwirklich rüber. Aber schon wenig später standen unsere Bekannten vor der Tür und erbaten unseren PKW. Sie wollten mit beiden Kindern sofort Richtung Grenze nach Marienborn und sich anstellen – es gäbe schon riesige Warteschlangen wussten sie zu berichten. Meine Tochter besuchte die Grundschule zum damaligen Zeitpunkt. Am nächsten Tag war die Klasse nur spärlich besetzt und in der Woche darauf fiel der Unterricht am Samstag ganz aus. Ab diesem Zeitpunkt für immer. Wir wohnen im grenznahen Raum, nur 30 km von Helmstedt entfernt, da wollten alle erst mal ihre Neugierde befriedigen, einige auch für immer, einige für eine gewisse Zeit.
        
Welchen Stellenwert haben Mauerfall und Wiedervereinigung aus Ihrer Sicht heute überhaupt noch für unsere Arbeit oder unseren Alltag?  
Mauerfall und Wiedervereinigung lohnt es zu erinnern, für mich als "Ostdeutsche“ ist das auf alle Fälle so, weil sich das Leben von daher so rasant änderte und jeden Tag neue Informationen, Spielregeln und Gesetze auf uns einstürmten. Es hatte doch vorher noch niemand was von Umsatzsteuer gehört. Als Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung war ein völlig neues Vokabular zu übernehmen, die Gesetzfindungsphase, nach welchem Kommunalrecht nun verfahren werden solle, schien unendlich lang. Ich glaube bei den Altbundesbürgern ist dieses Erinnerungsbedürfnis anders ausgeprägt, weil sich ja eigentlich nichts für den "Normalbürger" geändert hat.

Was können wir aus den letzten 30 Jahren für die kommenden 30 Jahre lernen?
Was ich mir aus dieser Zeit erhalten habe – und was ich für mich in die Zukunft mitnehme – ist eine gewisse Flexibilität. Wenn man den Verwaltungsumbau auf Stadt-, Kreis- und Landesebene so intensiv miterleben und mitgestalten konnte, dann wirft einen so schnell nichts um. Für mich waren die ersten zehn Nachwendejahre unheimlich positiv aufgeladen und sind kreativ erlebt worden. Es war so Vieles so schnell möglich, dann wurde es allerdings zäh. Immer mehr Regularien griffen und der heutige Schrei nach Entbürokratisierung ist eine unbedingt zu lösende Aufgabe durch die Politik, wenn wir wieder mit notwendigen Entwicklungen Schritt halten wollen. Die Zeit ist eigentlich viel schnelllebiger geworden und wir hängen mit Entscheidungen hinterher.

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Tobias Woitendorf

Stellvertretender Geschäftsführer Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.


„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Können Sie sich noch erinnern was Sie gemacht haben, als Günter Schabowski am 9. November 1989 diesen Satz sagte?
Ja, ich war auf einem Geburtstag, meinem eigenen, dem vierzehnten. Meine Mutter hatte die Nachricht am Küchenradio vernommen und sie der Feierrunde so brühwarm wie das Essen überbracht. Auf Ungläubigkeit folgte Freude, der Rest ist Geburtstagsgeschichte. Im Nachhinein bin ich froh, dass der 9. November als ein Schicksalstag der Deutschen, mit dem auch eine Reihe negativ konnotierter Ereignisse verbunden ist, durch den Mauerfall 1989 positiv aufgewertet wurde. Längst nicht nur wegen meiner persönlichen Betroffenheit hätte ich in ihm den passenderen Nationalfeiertag gesehen.  

Welchen Stellenwert haben Mauerfall und Wiedervereinigung aus Ihrer Sicht heute überhaupt noch für unsere Arbeit oder unseren Alltag?  

Interessante Frage: Wo stünde der Deutschlandtourismus ohne die deutsche Einheit? Er wäre um so vieles ärmer, Deutschland längst nicht so attraktiv und divers, wie wir es heute erleben und bereisen können. Der touristische Aufschwung Deutschlands und das damit verbundene Selbstbewusstsein des Reiselandes sind auf das Engste mit der Wiedervereinigung verbunden. Den östlichen Bundesländern wurde 1990 die Möglichkeit gegeben, einen zentral gesteuerten, nicht marktfähigen Tourismus in einen Regionen stabilisierenden und strukturierenden Wirtschaftszweig umzubauen. Die touristische Entwicklung beispielsweise Mecklenburg-Vorpommerns zu einem modernen und gesamtdeutschen Urlaubsziel kann als eine der Erfolgsgeschichten der deutschen Einheit betrachtet werden.

Was können wir aus den letzten 30 Jahren für die kommenden 30 Jahre lernen?

Dass es Geduld und Respekt bedarf. Und dass der Tourismus die Begegnungen schafft und die Erfahrungen bringt, die es für das Verständnis und das Miteinander braucht.

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Yvonne Heider

Leiterin Umsetzungsmanagement, Hessischer Tourismusverband e.V.


„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Können Sie sich noch erinnern was Sie gemacht haben, als Günter Schabowski am 9. November 1989 diesen Satz sagte?
Das weiß ich tatsächlich noch sehr genau. Ich war mit meiner Familie zuhause und wir haben das Geschehen am Fernseher verfolgt. Es war auch für mich als Kind ein sehr bewegender Moment. Ich hatte schon von frühester Kindheit an ein enges Verhältnis zur DDR, da wir nahe dem Zonenrandgebiet, in Kassel, gewohnt haben und wir einige Verwandte in Leinefelde in Thüringen hatten. Diese Verwandten haben wir auch immer wieder besucht und dabei sehr aufwendige und aufwühlende Grenzübergänge erlebt. Ich habe das als Kind natürlich nicht wirklich verstanden, aber die "Unterschiedlichkeit" der Lebensbedingungen und -möglichkeiten sind mir damals schon bewusst geworden.

Welchen Stellenwert haben Mauerfall und Wiedervereinigung aus Ihrer Sicht heute überhaupt noch für unsere Arbeit oder unseren Alltag?  

Die Wiedervereinigung wird als besonderer Bestandteil unserer Geschichte immer eine Rolle spielen. Wir sollten als vereinigtes Land damit gemeinsam umgehen und die Trennung/ die Grenzgeschichte/ die Herausforderungen als gemeinsame Geschichte anerkennen. Ich finde es richtig und wichtig, diese Geschichte kulturell aufzuarbeiten, auch damit wir unseren Nachkommen einen Zugang zu unserer Geschichte ermöglichen können.
 
Was können wir aus den letzten 30 Jahren für die kommenden 30 Jahre lernen?

Das es Zeit braucht! Zeit für Entwicklung, Zeit die Geschichte in eine gemeinsame zu verarbeiten, Zeit ein getrenntes Land inhaltlich und gemeinschaftlich zu vereinigen. Zeit sich anzunähern und langfristig eine Einheit zu werden.

Aus meiner Sicht besteht da noch viel Potenzial insbesondere in der politischen Betrachtung. Georg Dietz schrieb in seiner Kolumne zu den Festveranstaltungen zum Jubiläum der Wiedervereinigung auf Spiegel Online "Der Kapitalismus ist das Problem, nicht der Sozialismus ”. Diese Aussage trifft es in diesem Zusammenhang aus meiner Sicht nicht richtig. Der Klimawandel, die Jugendarbeitslosigkeit, die Flüchtlingsströme, die Zukunft der Europäischen Union, das sind die Themen unserer Zeit.

Wie ist der Mauerfall in Zusammenhang mit der Europäischen Union zu bewerten?! Die friedliche Wende und die darauffolgende europäische Integration anderer ehemaliger Ostblockstaaten haben die kritischen Stimmen anderer europäischer Länder verstummen lassen und damit die weitere Entwicklung erst möglich gemacht. Die deutsche Wiedervereinigung ist nicht nur das Ergebnis nationaler Solidarität, sondern einer europäischen Vision.
 
Wir müssen uns mit der Geschichte konsequent auseinandersetzen, damit wir sie verstehen und daraus lernen können.

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Norbert Kunz

Geschäftsführer Deutscher Tourismusverband e.V.

„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Können Sie sich noch erinnern was Sie gemacht haben, als Günter Schabowski am 9. November 1989 diesen Satz sagte?
Ich war 17jähriger Abiturient in Ost-Berlin und erfuhr davon zu Hause in den Nachrichten. Was dieser Satz bedeutete, verstand ich nicht sofort. Den ganzen Abend verfolgte ich mit meiner Familie die Ereignisse im Fernsehen und erlebte so die ersten Stunden des Mauerfalls. Am nächsten Tag berichteten einige Mitschüler und Lehrer von ihrem nächtlichen Ausflug nach West-Berlin. Nach der Schule am Abend fuhr ich zum Grenzübergang an der Warschauer Straße und war zum ersten Mal in West-Berlin. Es waren aufregende Momente.

Welchen Stellenwert haben Mauerfall und Wiedervereinigung aus Ihrer Sicht heute überhaupt noch für unsere Arbeit oder unseren Alltag? 

Der Mauerfall war ein historisch einmaliges Ereignis. Vor allem, weil er friedlich verlaufen ist. Das war keine Selbstverständlichkeit, wie die Entwicklung in anderen östlichen Staaten zeigte. Klar war und ist: Für die Wiedervereinigung gab es kein Vorbild. Weder für die Erlangung der politischen Einheit, noch für das wirtschaftliche Zusammenwachsen. Und schon gar nicht für den Einzelnen. Gerade für die Ostdeutschen haben sich viele neue Chancen aufgetan. Aber nicht alle hatten die Möglichkeit, sie auch zu nutzen und fühlen sich vielleicht nach wie vor als Verlierer. Die Wiedervereinigung ist aus meiner Sicht bis heute nicht vollendet. Umso wichtiger ist es, dass die Menschen sich mit Wertschätzung begegnen, ihre Erlebnisse und Erfahrungen austauschen und gemeinsam die errungene Demokratie verteidigen. Ich finde, dass das gerade durch Reisen gelingen kann.

Was können wir aus den letzten 30 Jahren für die kommenden 30 Jahre lernen?
Mehr Zuhören, mehr Miteinander und vor allem der gemeinsame Einsatz für die Grundwerte unserer Verfassung - darum muss es uns auch in den kommenden 30 Jahren gehen. Unser demokratischen Gemeinwesen ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss immer wieder aufs Neue gestaltet und verteidigt werden. Das gilt vor allem auch für das friedliche und demokratische Miteinander in Europa.

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Manfred Böhme

Verbandsdirektor Landestourismusverband Sachsen e.V.

„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Können Sie sich noch erinnern was Sie gemacht haben, als Günter Schabowski am 9. November 1989 diesen Satz sagte?
Unser Sohn war damals 5 und unsere Tochter 1 Jahr alt. Wir waren zu Hause. Die Pressekonferenz haben wir zwar mitbekommen aber nicht sofort realisiert. Später klingelte das Telefon. Es waren Freunde aus Ostberlin: „Hej Manne, wieso sitzt ihr noch nicht im Trabi auf der Autobahn?!“ Da wurde uns annähernd bewusst was da passierte. Es war der Tag, ab dem sich für uns für die nächsten 2-3 Jahre die Welt ringsherum immer schneller drehte. Nichts sollte so sein, wie es einmal war.

Welchen Stellenwert haben Mauerfall und Wiedervereinigung aus Ihrer Sicht heute überhaupt noch für unsere Arbeit oder unseren Alltag?

Der Einfluss der Ereignisse ist weiterhin da. Die Prozesse und Veränderungen haben die Menschen im Osten sehr geprägt. Viele Veränderungen die nachfolgten spürt man heute im Osten deutlicher als in anderen deutschen Regionen, z.B. den demographischen Wandel und damit verbunden den Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel. Der neuanstehende Strukturwandel in den Kohlerevieren bringt neue Fragen aber auch Chancen für Entwicklung. Man spürt bei den Menschen, dass sie das Gefühl haben ständig auf der Suche nach neuen Perspektiven zu sein.

Was können wir aus den letzten 30 Jahren für die kommenden 30 Jahre lernen?

Der 1. Juni 1991 war mein erster Arbeitstag als Direktor im (damals noch) Landesfremdenverkehrsverband Sachsen. Somit habe ich alle Phasen der Tourismusentwicklung in Sachsen hautnah miterleben dürfen: vom Treuhandausschuss damals bis zu den heutigen Diskussionen um Open data heute. Wir können auf die letzten 30 Jahre stolz sein auf die Arbeit die wir als Gemeinschaftsleistung geschafft haben, daraus können wir Kraft und Zuversicht für die Zukunft schöpfen. Aber wir empfinden auch tiefe Dankbarkeit für die Hilfe die wir erhalten haben.

Mit 7,8 Mrd. € Umsatz und über 188.000 direkt und indirekt Beschäftigten hat sich der Tourismus in Sachsen zu einem enormen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Sachsen ist deutschlandweit Kulturreiseland Nr.1 und der Elbradweg der mehrfach beliebteste Radweg in Deutschland - nur ganz wenige Beispiele für eine großartige Gemeinschaftsleistung. Jetzt heißt es sich auf die eigenen Stärken und Kräfte zu besinnen um weiterhin einen nachhaltigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu leisten. Wir sollten mit mehr Geduld, Ruhe, Achtsamkeit und Demut die neuen Herausforderungen auch im Tourismus angehen.

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Robert Schaddach

Vorstandsvorsitzender Tourismusverein Berlin Treptow-Köpenick e.V.


„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Können Sie sich noch erinnern was Sie gemacht haben, als Günter Schabowski am 9. November 1989 diesen Satz sagte?
Ich saß mit meiner Großmutter und wir sahen das im Fernsehen. Ich habe in dem Zeitraum als Protokollant im AG Pankow gearbeitet und drüber nachgedacht, was ich nun studiere, Theologie oder Jura. Mein Engagement war in Vorbereitung der Gründung der Grünen Partei der DDR.

Welchen Stellenwert haben Mauerfall und Wiedervereinigung aus Ihrer Sicht heute überhaupt noch für unsere Arbeit oder unseren Alltag?  
Das kommt ja ganz auf das Alter an. Ich hatte die eher seltene Chance, zwei Systeme gut kennenzulernen. Das Zusammenwachsen der Teile Deutschlands dauert, wie wir jetzt gut merken, doch deutlich länger als angenommen. Die Menschen im Osten Deutschlands haben doch eine andere Prägung über die Jahre entwickelt und das gilt auch für die Menschen aus dem Westen Deutschlands. Das hat Auswirkungen bis heute und muss immer berücksichtigt werden im Handeln.

Was können wir aus den letzten 30 Jahren für die kommenden 30 Jahre lernen?
Das darüber Nachdenken fängt langsam an, hat man das Gefühl. Man muss Befindlichkeiten ernst nehmen – und das nicht nur sagen sondern auch handeln und nicht denken, der persönliche Standpunkt muss der richtige Standpunkt sein.

(Bild: Von A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php)

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IMPRESSUM

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